
Produktmerchandising
Varianten, Grössen und Lagerbestand im Produktkatalog
Ein Kleidungsstück in drei Farben und fünf Grössen ist nicht ein einzelner Artikel, sondern ein Modell mit fünfzehn Varianten.
Vom Modell zur Variante: So wird das Produktdatenblatt aufgebaut
Ein Kleidungsstück, das in drei Farben und fünf Grössen erhältlich ist, ist nicht nur ein einzelner Artikel, sondern ein Modell mit fünfzehn Varianten. Im Katalog fasst das Modell die gemeinsamen Informationen zusammen – Beschreibung, Material, Zusammensetzung –, während jede Variante die tatsächlich verkaufbare und versendbare Kombination darstellt.
Jede Variante erhält eine eigene Identifikationsnummer: normalerweise einen internen Artikelcode (SKU) und oft einen EAN-Strichcode. Ohne eine eindeutige Kennzeichnung beziehen sich Lagerverwaltung, Website und Rechnung nicht auf dieselbe Einheit, was zu vermehrten Fehlentnahmen führt.
Farbe, Grösse und Material werden zu Attributen der Variante, nicht des Modells. Auch Bilder und Masse müssen der Variante zugeordnet sein: Wird das Foto des blauen Kleidungsstücks bei der schwarzen Variante angezeigt, bestellt der Kunde aus Versehen die falsche Farbe.
Der Lagerbestand wird pro Variante verwaltet. Vierzig Stück des Modells vorrätig zu haben bedeutet nicht, dass die gewünschte Grösse verfügbar ist: Die Verfügbarkeit muss für die einzelne Kombination aus Farbe und Grösse geprüft werden, nicht anhand der Gesamtsumme.
Für jede Farbe ein separates Datenblatt zu erstellen, splittet den Lagerbestand und verfälscht die Verkaufsstatistiken. Besser ist ein einziges Modell mit verknüpften Varianten, sodass die Bestände an einem einzigen Punkt erfasst bleiben.
Obligatorische Prüfung für Produktdatenblätter mit Varianten
- Eindeutige Identifikationsnummer für jede Variante (SKU/EAN)Notwendig für die Rückverfolgbarkeit im Lager und die Fakturierung
- Der Variante zugeordnete Attribute (Farbe, Grösse, Material)Dürfen nicht dem Hauptmodell zugewiesen werden
- Bilder und Masse der Variante zugeordnetVermeidet Verwechslungen zwischen Farben und Modellen
- Lagerbestand pro Variante verwaltetNicht basierend auf der Gesamtsumme des Modells
Grössen: Warum dieselbe Masse auf drei verschiedene Arten angegeben wird
Dieselbe Grösse kann je nach Kleidungsstück unterschiedlich bezeichnet werden: Auf einer Bluse steht ein «M», bei einer Jeans eine 29/31. Dies hat GINETEX festgestellt und fordert deshalb eine Standardisierung der Grössen.
Die europäische Harmonisierung ist ein laufender Prozess, keine beschlossene Sache. Solange sie nicht abgeschlossen ist, muss ein Bekleidungskatalog mit mehreren Masssystemen innerhalb desselben Sortiments umgehen können.
Daher sind Umrechnungstabellen erforderlich, die die Systeme miteinander verbinden: Buchstaben wie S, M und L, europäische numerische Masse und bei Jeans die doppelte Angabe in Zoll, beispielsweise 29/31.
Buchstaben allein genügen nicht. Im Datenblatt müssen die Masse des Kleidungsstücks in Zentimetern aufgeführt sein (Brust, Taille, Hüfte, Länge), damit der Kunde ein bereits vorhandenes Kleidungsstück ausmessen und vergleichen kann.
Achten Sie auch auf die Grössenspannen: Kinder-, Herren- und Damengrössen folgen unterschiedlichen Skalen, und eine schmale oder weite Passform verschiebt die Entsprechung zwischen Buchstabe und Zentimetermass.
Echtzeit-Verfügbarkeit: Die Information, die Kunden zuerst suchen
Der Leitfaden zur Auftragsabwicklung des KMU-Portals des Bundes listet auf, was Kunden wissen möchten. Dazu gehören die Lagerverfügbarkeit, das Rückgabeverfahren, die Lieferzeiten und allfällige Änderungen, die Bestätigung des Lieferdatums sowie die Sendungsverfolgung.
Das gleiche Dokument empfiehlt, die physisch verfügbaren Bestände in Echtzeit auf der Website wiederzugeben. Stimmt der angezeigte Bestand nicht mit dem tatsächlichen überein, wird ein Auftrag für einen Artikel bestätigt, der gar nicht im Lager vorhanden ist.
Die Lieferzeiten gelten als wichtiger Differenzierungsfaktor gegenüber der Konkurrenz. Sie müssen daher gut sichtbar deklariert und bei Änderungen aktualisiert werden.
Die Verfügbarkeit muss pro Variante und nicht pro Modell angezeigt werden: Es fehlt nämlich die spezifische Grösse oder Farbe. Wenn der Ausverkauf nur neben der nicht verfügbaren Kombination gekennzeichnet wird, vermeidet man, dass der Kunde dies erst nach der Zahlung bemerkt.
Schlüsselindikatoren für die Echtzeit-Lagerbestandsverwaltung
- Echtzeit-Verfügbarkeit
- Gemäss dem KMU-Portal des Bundes obligatorisch
- Sichtbare Lieferzeiten
- Wettbewerbsvorteil durch Differenzierung
- Automatische Bestandsaktualisierung
- Empfohlen, um Entnahmefehler zu vermeiden
Grösse ausverkauft: Informieren statt den Auftrag stornieren
Bei Lieferengpässen nennt der Leitfaden des Bundes zwei Optionen, die dem Kunden mitgeteilt werden sollten: die voraussichtliche Wartezeit oder die Möglichkeit eines Ersatzprodukts. Die Wahl trifft der Kunde, nicht der Shop.
Die einfachste Ersatzlösung bleibt eine andere Variante desselben Modells: eine andere Farbe oder, wenn die Passform es zulässt, die nächstgrössere oder nächstkleinere Grösse.
Die grundlegende Empfehlung lautet, transparent und reaktionsschnell auf Kundenanfragen zu reagieren. Eine Antwort mit einem konkreten Datum ist nützlicher als eine allgemeine Meldung, die nicht angibt, wann die Ware eintreffen wird.
Fehlt eine Grösse bei mehreren Modellen, sollte dies im gesamten Katalog einheitlich gekennzeichnet werden: Ein Kunde, der auf jedem Datenblatt dieselbe Information findet, muss nicht länger danach suchen.
Management von Lieferengpässen: Informationsfluss an den Kunden
- Erkennung des LieferengpassesBei einer spezifischen Variante (z. B. Farbe und Grösse)
- Kommunikation an den KundenZwei Optionen: voraussichtliche Wartezeit oder Ersatz
- Wahl des KundenZwischen Wartezeit oder alternativem Produkt
- Antwort mit konkretem DatumVorzuziehen gegenüber allgemeinen Meldungen
Lager und Versand: Der unsichtbare Teil des Katalogs
Die Logistik eines Online-Shops zu verwalten bedeutet gemäss dem Leitfaden des Bundes, die Nachfrage vorherzusehen und sich bei den Lieferanten einzudecken. Es bedeutet auch, die Auftragsannahme, die Bestände, allfällige Retouren, den Transport, die Zollformalitäten und die Sendungsverfolgung zu organisieren.
Die Lagerstruktur sollte auf die Varianten ausgerichtet sein, die am häufigsten versendet werden. Die nachgefragtesten Artikel, nach Grösse und Farbe, müssen leichter zugänglich sein als solche, die lange im Regal liegen.
Die Verpackungsgrösse sollte so gewählt werden, dass die Versandkosten reduziert werden, doch die Verpackung muss professionell wirken und das Kleidungsstück während des Transports schützen. Bei hohen Versandvolumen schlägt der Leitfaden vor, die Automatisierung des Lagers zu prüfen.
In der Schweizerischen Zolltarifnummer fallen gestrickte oder gehäkelte Bekleidungsstücke und Accessoires unter Kapitel 61, das unter anderem Säuglingskleidung, Handschuhe und Fingerhandschuhe umfasst. Die Klassifizierungsposition bestimmt die für den Versand erforderlichen Formalitäten.
Die Logistik kann an spezialisierte Unternehmen ausgelagert werden. Gemäss dem Leitfaden kontrollieren diese die Bestellungen direkt von der Website aus, lagern die Produkte, verwalten die Bestände und kümmern sich um den Versand sowie die Retouren, wodurch sich der Verkäufer auf den Verkauf konzentrieren kann.
Ein in Verkehr gebrachtes Produkt darf Personen nicht gefährden. Das Bundesgesetz über die Produktesicherheit (PrSG, SR 930.11) ist seit dem 1. Juli 2010 in Kraft. Es gilt, wenn keine spezifischen sektoralen Verordnungen existieren, und die derzeit in der Schweiz laufende Revision zielt darauf ab, die europäischen Anforderungen für den Online-Handel zu übernehmen.
Auslagerung der Logistik an Dritte: Vor- und Nachteile
- Vorteile
- Direkte Auftragskontrolle, Bestandsverwaltung, Versand und Retourenmanagement; Verkäufer konzentriert sich auf den Verkauf
- Nachteile
- Teilweiser Kontrollverlust über logistische Prozesse; Abhängigkeit von externen Partnern


