
Plattformen und Shops
Die richtige E-Commerce-Plattform für den Schweizer Markt wählen
Unterscheiden Sie bei der Plattformwahl klar zwischen dem Verkaufsort – Marketplace oder eigener Online-Shop – und der Software, mit der Sie den Shop erstellen.
Die fragmentierte Landschaft des Schweizer E-Commerce
Unterscheiden Sie bei der Wahl einer Plattform klar zwischen dem Ort, an dem Sie verkaufen – Marketplace oder eigener Shop – und der Software, mit der Sie den Shop erstellen. Der Schweizer Markt ist stark fragmentiert: Im Jahr 2018 erreichten amazon.de, amazon.fr und amazon.it zusammen gerade einmal einen Marktanteil von 8 %.
Digitec, Brack, Microspot, Ricardo und Leshop haben als lokale Pioniere fungiert. Prüfen Sie mehrere Kanäle, um Ihre Kunden zu erreichen, und verwechseln Sie die Wahl eines Marketplace nicht mit der Entscheidung für die Plattform Ihres eigenen Shops.
Die relevantesten Plattformen für den Schweizer Markt
Im Jahr 2019 war ricardo.ch der von Schweizer Konsumenten am häufigsten genannte C2C-Marketplace (80 %), gefolgt von tutti.ch (52 %), ebay.ch (49 %) und anibis.ch (40 %). Das Aufgeben von Anzeigen war kostenlos, bezahlte Werbung möglich; tutti.ch und anibis.ch erhoben keine Kommissionen, während Ricardo 9 % und ebay.ch zwischen 5 % und 9 % des Verkaufspreises als Gebühr verlangten.
Der geschätzte Anteil dieser Marketplaces im B2C-Bereich lag unter 5 %, doch für bestimmte Kategorien waren sie ein wichtiger Kanal: Für Automobile galten auto.ricardo.ch und autoscout24.ch als unverzichtbar. Bewerten Sie den Marketplace anhand Ihrer Produkte und der Zielgruppe, die Sie erreichen möchten.
Bei den B2C-Anbietern erzielte Digitec einen Nettoumsatz von 1'151,70 Millionen Euro und Zalando einen Umsatz von 785 Millionen Franken. Für einen eigenen Shop besteht die grundlegende Wahl zwischen einer gebrauchsfertigen Standardlösung, die kostengünstig ist, und einer massgeschneiderten Entwicklung.
Zu den genannten Softwarelösungen für die Erstellung von Online-Shops gehören Shopify, WooCommerce, PrestaShop, BigCommerce, Commerce Cloud von Salesforce, Adobe Commerce Cloud, commercetools, Squarespace und Shopware. Shopify wird als All-in-One-Lösung beschrieben, die benutzerfreundlich ist und speziell für E-Commerce entwickelt wurde, mit Funktionen für den Multichannel-Verkauf und einem Ökosystem von Apps.
PrestaShop wird als kostenlose Open-Source-Lösung dargestellt, wobei das Hosting vom Unternehmen selbst getragen wird. BigCommerce wird als Plattform mit offener Architektur präsentiert, die Flexibilität, Einfachheit und Sicherheit kombiniert; vergleichen Sie bei den anderen Lösungen die für Ihr Verkaufsmodell notwendigen Funktionen, bevor Sie sich entscheiden.
Gehen Sie nach Kriterien vor: Definieren Sie Strategie, Produkte und Zielgruppe; wählen Sie zwischen einer fertigen Lösung und einer individuellen Entwicklung; prüfen Sie anschliessend Sprachen, Zahlungsmethoden, Auftragsverwaltung und die Möglichkeit, die Site an die schweizerischen Vorschriften anzupassen. Lassen Sie sich den Kaufprozess auf mobilen Geräten zeigen und überprüfen Sie konkret die erforderlichen Integrationen.
Vergleich der Schweizer Marketplaces für den B2C-Verkauf
E-Commerce-Plattformen: Vorteile und Grenzen
- Shopify
- All-in-One-Lösung, benutzerfreundlich, multichannel-fähig; jedoch zusätzliche Kosten für erweiterte Funktionen
- PrestaShop
- Kostenlos, Open Source; jedoch Hosting und Wartung in der Verantwortung des Unternehmens
- BigCommerce
- Offene Architektur, flexibel und sicher; geeignet für schnelles Wachstum
- Commerce Cloud (Salesforce), Adobe Commerce Cloud
- Leistungsstark für grosse Unternehmen; erfordert hohe technische Kompetenz
Gewohnheiten und Erwartungen der Schweizer Konsumenten
Die im Jahr 2024 berichteten Daten weisen eine Internetpenetration von 99,3 % aus, wobei 90 % der Personen zwischen 16 und 65 Jahren online einkaufen. Im Jahr 2021 überstieg der E-Commerce-Umsatz 14,4 Milliarden Euro, was einem Wachstum von 9,9 % entspricht; das angegebene durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen für 2023 betrug 96'050 Euro.
Die Mehrsprachigkeit und die Zollabgaben machen den Markt für internationale Anbieter komplexer. Stellen Sie sicher, dass die gewählte Lösung zu Ihrer Sprachstrategie passt und dass der Verkaufsprozess die Besonderheiten des Verkaufs in der Schweiz berücksichtigt.
Laut dem im Jahr 2024 dargestellten Rahmen wurde WhatsApp von 86 % der Nutzer verwendet, Instagram von 65,6 %, und Google.ch war mit 85 % die meistgenutzte Suchmaschine. Berücksichtigen Sie die mobile User Experience sowie die Support- und Sichtbarkeitskanäle, die Sie anbieten möchten.
Schlüsselindikatoren des E-Commerce-Marktes in der Schweiz
- 99,3%Internetpenetration
- 90%Online-Käufe (16–65 Jahre)
- 2021E-Commerce-Umsatz — 14,4 Milliarden Euro
- 2021E-Commerce-Wachstum — 9,9 %
- 2023Durchschnittliches Pro-Kopf-Einkommen — 96'050 Euro
Die bevorzugten Zahlungsmethoden in der Schweiz
Im Jahr 2026 galt TWINT praktisch als Standard für Schweizer Online-Shops, insbesondere für Einkäufe über mobile Geräte. Auch Kreditkarten wie Visa und Mastercard sind weit verbreitet.
Erkundigen Sie sich beim Plattformanbieter, welche Zahlungsmethoden Sie aktivieren können, und stellen Sie sicher, dass mindestens TWINT und Kreditkarte verfügbar sind. Das SECO empfiehlt, verschiedene Zahlungsmethoden anzubieten, damit die Kunden die für sie passende Methode wählen können.
Einhaltung des Datenschutzes (nDSG und DSGVO)
Das neue Bundesgesetz über den Datenschutz (nDSG) ist seit dem 1. September 2023 in Kraft. Es gilt für Websites, die personenbezogene Daten von Personen in der Schweiz verarbeiten, unabhängig vom Standort des Betreibers; die Bussen können bis zu 250'000 Franken betragen.
Das nDSG führt das Prinzip „Privacy by Design“ ein. Für die Verarbeitung sensibler personenbezogener Daten sind eine freie und informierte Einwilligung sowie eine Datenschutzerklärung erforderlich; auch Cookies und Online-Tracking sind weitere Aspekte, die bei der Anpassung der Website berücksichtigt werden müssen.
Für den E-Commerce in der Schweiz gelten zudem das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG; SR 241) und die Verordnung über die Preisauszeichnung (VP; SR 942.211). Die allgemeinen Geschäftsbedingungen werden, sobald sie vom Kunden genehmigt wurden, Teil des Vertrags, und die Website muss die den Nutzern vorgeschriebenen Informationen zur Verfügung stellen.
Obligatorische Prüfung zur Konformität mit dem Schweizer Markt
- Anwendung des nDSG seit dem 1. September 2023Obligatorisch für die Verarbeitung von Daten von Personen in der Schweiz
- Privacy by DesignMuss bereits in der Planungsphase der Website integriert werden
- Informierte Einwilligung für sensible DatenErforderlich mit einer klaren und zugänglichen Information
- Cookie- und Tracking-ManagementMuss dem schweizerischen Datenschutzgesetz entsprechen
- Allgemeine GeschäftsbedingungenMüssen vor dem Kauf verfügbar sein und genehmigt werden können

