
Zahlungen und Kassen
Onlinezahlungen in der Schweiz: Methoden, Integration und Compliance
Schweizer Kundschaft erwartet im Voraus den genauen Betrag, die Währung und allfällige Zusatzkosten.
Online-Zahlungsgewohnheiten in der Schweiz
Schweizer Kundinnen und Kunden erwarten, vorab den exakten Betrag, die Währung sowie eventuelle Zusatzkosten zu kennen. Ein unübersichtlicher Checkout, beispielsweise mit falscher Währung oder ohne Sicherheitssignale, führt rasch zu Kaufabbrüchen.
52 % der Onlinekäufe in der Schweiz erfolgen über das Smartphone, und 75 % der Online-Shopper nutzen Shopping-Apps. Mobile Zahlungen machen 69,1 % der Online-Transaktionen aus.
Vertraute Zahlungsmethoden und der Endpreis in CHF stärken das Vertrauen. Lokale Gewohnheiten lassen einen Shop marktgerechter für die Schweiz erscheinen.
Die gefragtesten Zahlungsmethoden
TWINT ist ein Schweizer Standard für mobile Zahlungen und wird besonders häufig von Smartphone-Nutzenden verwendet. Der Kauf auf Rechnung bleibt beliebt, da er die Bezahlung erst nach Erhalt der Ware ermöglicht.
PostFinance Pay vereint die Modalitäten «PostFinance Card» und «PostFinance e-finance». Die Authentifizierung der Zahlung erfolgt über die PostFinance App, wobei keine Kartendaten eingegeben werden müssen.
Zu weiteren Methoden gehören Visa, Mastercard und PayPal sowie digitale Wallets wie Apple Pay, Google Pay und Samsung Pay. Banking-Apps, darunter die PostFinance App, ermöglichen Zahlungen ohne Eingabe der Kartendaten.
In der Schweiz am weitesten verbreitete Zahlungsmethoden
- TWINT
- Schweizer Standard, sehr häufig auf Smartphones genutzt
- Kauf auf Rechnung
- Beliebt: Bezahlung erfolgt nach Warenerhalt
- PostFinance Pay
- Vereint PostFinance Card und e-finance; Authentifizierung via App
- Banking-Apps (z. B. PostFinance App)
- Ermöglichen Zahlungen ohne Eingabe von Kartendaten
- Apple Pay, Google Pay, Samsung Pay
- Verbreitete digitale Wallets für mobile Zahlungen
- Visa, Mastercard
- Traditionelle, weiterhin stark genutzte Methoden
- PayPal
- Auch in der Schweiz vertreten, aber weniger dominant als TWINT
Vorteile und Herausforderungen des Kaufs auf Rechnung in der Schweiz
- VorteileStärkt das Kundenvertrauen; ermöglicht Prüfung der Ware vor Bezahlung; bei Schweizer Kundschaft populär
- HerausforderungenAusfallrisiko; erfordert internes Kreditmanagement oder Zusammenarbeit mit einem PSP zur Bonitätsprüfung
Der Payment Service Provider als strategischer Partner
Ein Payment Service Provider (PSP) bindet verschiedene Zahlungsmethoden über eine sichere und anpassbare Schnittstelle an den Onlineshop an. Er übernimmt die technischen Aspekte der Zahlungsabwicklung und kann zudem Bonitätsprüfungen sowie Risikobewertungen anbieten.
Zu den für Onlineshops in der Schweiz empfohlenen Anbietern gehören DataTrans, Nexi, PayPal, Payrexx, PostFinance, Stripe, Wallee und Worldline.
Für die Einführung von Kreditkarten schliesst die Händlerin oder der Händler einen Acquiring-Vertrag ab, wählt einen PSP und aktiviert die Integration im Onlineshop. Die Einführung dauert in der Regel wenige Tage; für Präsenzzahlungen kann ein Terminal aktiviert oder bestellt werden.
PostFinance Pay wird von Onlineshops in Absprache mit den Partnern integriert, die die digitale Kassalösung bereitstellen. Die Umstellung von den beiden vorherigen Modalitäten wird spätestens Ende 2026 abgeschlossen sein.
Schritte zur Integration von Onlinezahlungen in der Schweiz
- Acquiring-Vertrag für Kreditkarten abschliessen
- Einen in der Schweiz registrierten Payment Service Provider (PSP) auswählen
- Technische Integration im Onlineshop aktivieren
- PCI-DSS-Konformität für die Verarbeitung von Kartendaten prüfen
- Checkout für Mobile und lokale Methoden (z. B. TWINT) optimieren
- FINMA-Aufsicht und PSP-Compliance überwachen
Den Checkout für den Schweizer Markt optimieren
Die Anzeige der Logos bekannter Zahlungsmethoden auf der Produktseite, im Warenkorb und beim Checkout stärkt das Vertrauen. Die Ausweisung des Endpreises in CHF und eine klare Erläuterung der Rechnungsstellung und Rückerstattungen reduzieren Unklarheiten.
Kryptische Fehlermeldungen und unerklärliche Weiterleitungen beeinträchtigen das Zahlungserlebnis. Der Checkout sollte ohne Aufschläge, Umwege oder schwer verständliche Fehler funktionieren.
Da 52 % der Onlinekäufe über das Smartphone getätigt werden, steht der mobile Checkout im Zentrum. Ein reibungsloser Ablauf mit verbreiteten mobilen Methoden wie TWINT kommt dieser Gewohnheit entgegen.
Aufstieg des Mobile Payment und zukünftige Perspektiven
Laut dem Swiss Payment Monitor sind mobile Zahlungen das meistgenutzte Mittel im Distanzhandel in der Schweiz. Apple Pay, Google Pay, Samsung Pay und Banking-Apps ermöglichen Zahlungen ohne Eingabe der Kartendaten.
In der Schweiz wickelt das von SIX betriebene SIC-System die CHF-Zahlungen zwischen Schweizer Banken ab. Für internationale Überweisungen nutzen die Banken das SWIFT-Netzwerk.
Wer Kartendaten verarbeitet, muss die Anforderungen des PCI DSS (Payment Card Industry Data Security Standard) erfüllen.
Die FINMA übt die Aufsicht über die Schweizer Finanzinfrastruktur aus, und SIX untersteht als Betreiber des SIC-Systems ihrer Aufsicht. Ob ein PSP eine FINMA-Bewilligung benötigt, hängt von seinem Geschäftsmodell ab.

